Vierfarbdruck, HKS oder Pantone für die Geschäftsausstattung?

am Dienstag, den 24. November 2009

Nachdem wir immer häufiger auch Kunden begrüßen dürfen, dich sich von uns ihre komplette Geschäftsausstattung gestalten lassen, möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, und eine häufig gestellte Frage beantworten:

„Wo liegt der Unterschied zwischen einem Vierfarbdruck, HKS und Pantone?“

Im Vierfarbdruck wird mit den klassischen Druckfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz gearbeitet. Möchte ich im Vierfarbdruck eine rote Fläche erzeugen, so werden die Farben Magenta und Yellow so übereinander und nebeneinander gedruckt, das für das menschliche Auge der Farbeindruck einer roten Fläche entsteht.

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Im ersten Schritt sehen Sie die Einzelfarben Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz separiert, im zweiten Schritt eine starke Vergrößerung der 3 Farben nachdem diese übereinandergedruckt wurden und im letzten Schritt die dadurch entstehende Wahrnehmung der Pixel durch das menschliche Auge.

Durch diese Technik lässt sich jede beliebige, aus der Natur bekannte Farbe für das menschliche Auge simulieren, erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich hierbei um ein gerastertes Bild handelt.

Was wird nun beim HKS- oder Pantone-Druck anders gemacht?
Während im Vierfarbdruck eine Farbe durch das Zusammenspiel aus Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz entsteht, wird beim Druck mit HKS-Farbe oder Pantone-Farbe kein Farbeindruck simuliert, sondern den Druckereien werden die Farben direkt so geliefert. Nun wird bei den meisten, größeren Druckereien ein zusätzliches Druckwerk mit HKS- oder Pantone-Farbe befüllt. Dadurch, dass diese Farben nun vollflächig gedruckt werden und nicht wie bisher simuliert, wirken die Farben in der Regel satter, hellere Flächen sehen auch beim genaueren Hinsehen noch gut aus.

Warum ist der HKS-Druck bzw. den Pantone-Druck im Vergleich zum Vierfarb-Druck so viel teurer?
Ganz einfach:  Wie im oberen Teil beschrieben, muss für den Druck mit einer Sonderfarbe die Druckmaschine angehalten, das Druckwerk gereinigt und die Druckfarbe ausgetauscht werden. Für Druckmaschinen, die Tag und Nacht laufen, bedeutet diese Zeit der Reinigung und des Farbwechsels einen Stillstand der Maschinen, und dies gleich zweimal (vor und nach dem Farbwechsel). Hinzukommt, dass es für Sonderfarben wie HKS und Pantone keine Ausweichmöglichkeit auf alternative Farbhersteller gibt, denn dann würde die Druckerei das Risiko eingehen, dass ihre Druckfarben nicht mehr farbverbindlich ist.

Diese Farbverbindlichkeit garantieren allerdings die Druckereien, wenn sie einen Druck mit Pantone- oder HKS-Farben anbieten. Schließlich hat jeder Kunde die Möglichkeit, sich den Pantone oder HKS-Farbton vorab in einem Farbfächer anzusehen und diesen im nachhinein mit dem Druckprodukt zu vergleichen.

HKS und Pantone bieten Ihnen also nicht nur ein besseres Farbergebnis, sondern auch einen Qualitätsstandard. Denn obwohl sich der Vierfarbdruck in CMYK durch verschiedene Druckstandards in den letzten Jahren stark verbessert hat, bleiben die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Druckereien gravierend. Der Druck in CMYK ist also nur begrenzt farbverbindlich.

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, den Vierfarbdruck mit einer Sonderfarbe aus dem HKS oder Pantone-Farbsystem zu kombinieren, sofern dies noch in Ihrem Budget liegen sollte.

Für wen ist der Druck mit Sonderfarben wie HKS oder Pantone zu empfehlen?
Der Druck mit HKS oder Pantone empfehle ich ganz klar all Denjenigen, die auf einen einheitlichen und farbverbindlichen Druck ihrer Geschäftsausstattung setzen und für die es wichtig ist, dass die erste  und die neueste Auflage von Visitenkarten oder Briefpapier identisch aussehen.

Alle anderen Unternehmer werden wohl mit kleinen Farbabweichungen leben können oder müssen, denn teilweise müssen Sie für eine oder zwei Sonderfarben mit einem Aufschlag von 300-500% rechnen.

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