Ein Handy für Fotos, Rasur, Harmonika-Ersatz und zum Kaffee kochen
am Dienstag, den 18. November 2008
Zu schön um wahr zu sein. Ein Handy, mit dem man nicht nur telefoniert, Nachrichten verschickt und ein paar Fotos macht, sondern mit dem man sich auch rasieren kann, das die Kaffeemaschine ablöst und welches gar als Mundharmonika jede langweilige Party in Schwung bringen soll. Denn dies und vieles mehr verspricht das neue Pomegranate NS08 wie dieser Film zeigt:
Gut, das Handy gibt es nicht wirklich. Aber die dafür entwickelten Clips können sich von der Qualtität durchaus mit den Nokias, Sony Ericssons und Samsungs dieser Welt vergleichen lassen. Waren ja auch nicht gerade billig. Genau genommen umgerechnet ein 186.000 € teurer Spaß.
Was hat es also mit dem Granatapfel auf sich?
Hinter der Idee steckt eine virale Marketingkampagne, die die Provinzregion Nova Scotia fördern und zukünftig mehr Arbeitskräfte, gerade jüngere Technikbegeisterte und Zukunftsorientierte in die Region locken soll.
Was macht diese Kampagne denn nun zu einer „schlechten Werbung”? Das Problem an dieser Viralkampagne liegt im Detail: Verpackung und Botschaft passen meiner Meinung nach einfach nicht zusammen. Zwar wird bei größeren Problemfällen gerne mal in die Trickkiste gegriffen und auch ich muss mit Neid anerkennen, dass es wahrlich eine Freude gewesen sein muss, sich all die netten Funktionen für das Handy zu überlegen und diese dann „überzeugend” in die Clips einzubauen. Die Nachricht, der Aufruf oder vielmehr der Hilferuf wurden dabei aber kurzerhand vernachlässigt und blieben auf der Strecke.
So erfährt man in den Clips auf Youtube nichts über den wahren Hintergrund der Kampagne. Erst ein Besuch der Webseite und nach einem übermäßig langen Intro bekommt man über den Button Release Date die Auflösung, worum es sich eigentlich handelt. Denn ein Gerät, dass all diese Funktionen in sich vereint, das gibt es noch nicht, wohl aber einen Ort an dem alle Wünsche in Erfüllung gehen könnten. Und das ist Nova Scotia.
Die Chancen, dass nach dem Konsum der Clips dann noch die Webseite aufgerufen wird, sind wohl ebenso gering, wie die Chancen auf übermäßiges Feedback auf Seiten der jungen, motivierten, technikversierten Facharbeiter, aber drücken wir der kanadischen Provinz mal die Daumen. Ich habe meinen Beitrag soeben geleistet.
gefunden bei MCWinkels WeBlog, Spiegel Online
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